ROUNDUP/Aktien New York: Dow bleibt auf Rekordjagd - Chip-Aktien schwach
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial
hat sich am Dienstag den vierten Börsentag in Folge
zu einem Rekordhoch aufgeschwungen. Wie am Vortag gab das
Börsenbarometer jedoch die ohnehin moderaten Gewinne rasch wieder ab
und trat zuletzt mit 53.050 Zählern auf der Stelle.
Ganz anders sah es an der am Vortag noch starken Technologiebörse
Nasdaq aus. Dort gerieten vor allem die Aktien der Halbleiterbranche
unter Druck, nachdem der Elektronik- und Chip-Gigant Samsung
den Markt nicht mit einem Rekordergebnis überzeugen
konnte. Der Nasdaq 100 büßte 1,5 Prozent auf 29.247
Punkte ein.
Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,3 Prozent
auf 7.514 Punkte nach unten. Auch hier bremsten die in dem Index
schwer gewichteten Halbleiteraktien. Unter den diesen erlitten
Micron , Intel und AMD
Kursabschläge zwischen 6,3 und 8,3 Prozent ein. Western Digital
verloren 7,6 Prozent. Die Chip-Branche litt unter Quartalszahlen von
Samsung.
Die Resultate des Elektronikriesen seien auf den ersten Blick
hervorragend gewesen, stellte Marktbeobachter Stephen Innes fest.
Die Aktien seien aber mit derart hohen Ansprüchen der Investoren
belegt, dass die Erwartungen kaum noch zu übertreffen gewesen seien.
Insgesamt ändere sich gerade die Erwartungshaltung, sagte Innes.
Nicht mehr die starke KI-Nachfrage sei entscheidend, sondern ob das
Tempo dynamisch genug bleibe, um die bereits hohen Bewertungen zu
rechtfertigen.
Für die Papiere von Nvidia ging es um 1,8 Prozent
abwärts. Sie litten unter einem Medienbericht, wonach der
chinesische Konkurrent Deepseek einen eigenen Chip für
KI-Anwendungen entwickelt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter
Berufung auf Insider berichtete, ist der Chip für Inferenz gedacht,
also die Phase, in der ein trainiertes KI-Modell Antworten für
Nutzer erzeugt, und nicht für das Training neuer Modelle. Der
Schritt könnte Deepseeks Abhängigkeit von Nvidia- und Huawei-Chips
verringern.
Die Aktie von Crinetics Pharmaceuticals sprang um 99
Prozent auf 83,56 US-Dollar hoch. Zuvor hatte Vertex Pharmaceuticals
mitgeteilt, das Unternehmen für 85 Dollar je Aktie in
bar zu übernehmen. Die Transaktion umfasst ein Volumen von rund 10
Milliarden Dollar. Die Vertex-Anteilscheine verloren zwei Prozent.
Die Titel von Fiserv gewannen 3,8 Prozent. Am
Vorabend waren Berichte bekannt geworden, wonach das
Zahlungstechnologie-Unternehmen den Verkauf seines Star-Netzwerks -
einer wichtigen Infrastruktur für die Abwicklung von
Debitkartentransaktionen - an ein Konsortium der größten US-Banken
prüft. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" darüber
berichtet./bek/he